Ich will weiterhin wachsen im Tanz.

Abigail Ailan aus Buenos Aires ist vor Ende September 20 Jahre alt geworden und geht noch zur Schule. In diesem Jahr hat sie einen Traum verwirklicht: sie konnte als Mitglied von BIG MAMA LABORATORIO im Rahmen der KinderKulturKarawane 2014 Deutschland, Österreich und Slowenien bereisen und ihr tänzerisches Können unter Beweis stellen.

Viktorio Schmidt, die ihr FSJ-Kultut bei der KinderKulturKarawane gemacht hat, hat alle Mitglieder der von “BML” interviewt, also auch Abigail. Für sie ist die KinderkulturKarawane “sehr besonders, weil wir ohne sie jetzt nicht in Europa wären. Wir werden für immer dankbar sein dafür, dass wir eingeladen und hergebracht wurden, um uns hier als Künstler auszudrücken. Sie ist sehr wichtig, weil es uns als Tänzer und als Personen wachsen lässt.” Das ganze Interview mit vielen Fotos findent man hier.

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KCC auf Tour – Ein Band der Freundschaft quer durch Europa

Seit fast zwei Monaten ist die tansanische Gruppe
aus dem Kigamboni Community Centre schon in Europa unterwegs. Im Rahmen der 15. KinderKulturKarawane reisten sie durch Deutschland, Solwenien und Italien und genießen momentan österreichische Alpenluft.
Egal wo sie hinkommen, überall begeistern   sie mit ihrer Show, einer turbulenten Mischung aus Tanz, Breakdance, Schauspiel und Akrobatik, und mit ihren Workshops.

In ihrer Heimat bedeutet das Kigamboni Community Centre für die Jugendlichen ein Zufluchtsort, an dem sie sich mit ihren Freunden treffen können. Das Gemeinschaftsgefühl das sie dort aufgebaut haben, vermitteln sie nun den Kindern in ganz Europa. Auf ihrer Reise haben die Jugendlichen der Gruppe schon viele Freundschaften geschlossen, die sich wie ein Band durch Europa ziehen.

Auch in der Hansestadt Hamburg schaute die tansanische Gruppe schon zwei mal vorbei, was mir die Gelegenheit gab, die Jugendlichen besser kennenzulernen und ja – auch Freundschaften zu schließen.
Die Jungs bezeichneten mich anderen gegenüber freundschaftlich als “Mädchen für Alles”, da ich sowohl Taxifahrerin, Dollmetscherin, Gastschwester und somit auch Köchin für die Gruppe war. Dass ich eigentlich als FSJ’lerin nur ihre Workshops dokumentieren wollte, war schnell vergessen und so wurde ich ein Teil des Teams.
Dennoch (oder vielleicht deshalb?) habe ich in den vier Wochen, die ich mit der Gruppe verbracht habe, so viele Eindrücke gesammelt, dass ich daraus tatsächlich drei Beiträge verfassen konnte.

Wer Interesse hat, mehr über das Projekt, die Gruppe und den zwei-wöchigen Workshop an der Gretel-Bergmann-Schule in Allermöhe zu erfahren, kann an dieser Stelle gerne diese Dokumentation anklicken.

Wer Lust hat kleine Geschichten, wie den Geburtstag des einzigen Mädchens der Gruppe oder meine chaotischen Erfahrungen als Gastschwester zu lesen, ein kurzes Video zu sehen oder ein bisschen Swahili zu lernen, darf sich gerne mein tansanisches Denkarium (ein Ort um Erinnerungen festzuhalten) ansehen.

Und, last but not least, wer Juma noch nicht kennt, sollte sich unbedingt mein Gespräch mit dem 17-Jährigen Akrobaten durchlesen, in dem er mir seine ganz eigene Geschichte zur KinderKulturKarawane erzählt.

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“Our rights” – Ein Theaterspektakel am Hochrad-Gymnasium

Die Schluss-Szene von “Our Rights” zeigt mit welcher Begeisterung (und Erleichterung…) die mehr als 60 SchauspielerInnen und MusikerInnen das Finale ihrer deutsch-südafrikanischen Produktionsarbeit feiern.

Zwei Wochen hatten die Klassen 5d und 8d des Hamburger Hochrad-Gymnasiums mit THE GOLDEN YOUTH CLUB gearbeitet, um ein Stück auf die Bühne zu bringen (“Our Rights”) das Johannah Mahlungu Anfang des Jahres geschrieben hatte. Die SchülerInnen der Klasse 8d hatten das Stück eifrig redigiert. Die Rollen waren schon verteilt, als die “Goldies” (so heißen die jungen KünstlerInnen aus Winterveldt in Südafrika am Hochrad) mit der Inszenierung begannen. Während Johannah sich mehr um das Theaterstück selbst kümmerte, hat Thulani die Aufgabe, Musik und Tanz “bühnenreif” zu machen. Dabei wurden beide intensiv von Virginia Brunnert und Jakob Hörtreiter, den beiden verantwortlichen LehrerInnen des Gymnasiums, unterstützt.

“Our Rights” ist bereits das 3. Projekt, dass am Hochrad-Gymnasium mit dem GOLDEN YOUTH CLUB stattgefunden hat. Es spielt in einer Siedlung , die unter Missmanagement und Korruption der kommunalen Verwaltung sehr zu leiden hat.
Das Stück beginnt mit dem Brand einer Hütte, aus der zwei kleinere Jungen von ihrem älteren Bruder, der im Morgengrauen von der Arbeit kommt, gerettet werden können. Die Bewohner sind empört und suchen den Schuldigen für diese unhaltbaren Zustände in gewählten Councillor Teddy. Er soll Gelder für den weiteren Ausbau der Siedlung in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.

Der Protest eskaliert, als kurze Zeit später ein Junge durch illegal verlegte Stromkabel stirbt. Illegal werden die Stromleitungen “angezapft”, wenn die Verwaltung nicht mit der Stromversorgung der Haushalte voran kommt. Der Councillor bekommt die gerechte Strafe und die Bürger haben ihre Rechte durchgesetzt.

Neben den AkteurInnen auf der Bühne waren viele Eltern einbezogen, die die “Goldies” bei sich untergebracht hatten. Judith Gloe sorgte für das Bühnenbild, die Technik-AG unter Leitung von Olaf Blum für den reibungslosen Ablauf und “GOLDIES Film AG” hat das Projekt per Video und Foto dokumentiert.

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KinderKulturKarawane – DER KALENDER

Ja, jetzt hat auch die KinderKulturKarawane einen Kalender. DIN A 3 ist er groß, hat natürlich 12 Monatsblätter mit jeweils einem tollen Foto aus 15 Jahren KKK. Dazu noch zwei Seiten, auf den denen die Projekte, die auf den Fotos gezeigt werden, vorgestellt werden.
Der Kalender ist als Projektarbeit im Rahmen des FSJ-Kultur entstanden. Viktoria Schmid hat bis Ende August dieses FSJ abgeleistet und viel Arbeit in die Entwicklung gesteckt. Der Kalender ist nicht nur sehr schön, sondern er kann auch die KinderKulturKarawane auch finanziell unterstützen – wenn sich viele finden, die ihn kaufen.

Selbst einen KKK-Kalender aufhängen oder ihn verschenken, z.b. zu Weihnachten, ermöglicht uns – wenn die Auflage (1.000 Stück) verkauft wird – für einen Gruppe im kommenden Jahr z.B. die Flüge zu finanzieren.
Der Kalender kostet 10,00 Euro und kann bei uns bestellt werden. Es kommen dann noch € 5,00 als Versandkosten hinzu. Wir liefern gegen Rechnung.
Oder man erwirbt den Kalender bei unserem DAS FEST am 31.10.2014. Oder man holt ihn (sofern man in Hamburg ist) bei uns im Büro ab. Oder man organisiert Sammelbestellungen und reduziert dadurch das Porto deutlich.

Bestellungen einfach an info@kinderkulturkarawane.de  senden. Adresse angeben und die Anzahl der gewünschten Kalender. 2 Tage später ist DER KALENDER da – versprochen!

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“Jeden Tag, wenn ich aufwache, kann ich nicht glauben, dass ich hier bin.”

Auch der 19-jährige Nicolas lscovich war mit Big Mama Laboratorio aus Buenos Aires mit der KinderKulturKarawane unterwegs. Nicolas ist ein phantastischer “Breaker”, der immer “bis zum Umfallen” trainiert.

Auf die Frage, was ihn den “an Land und Leuten” unterwegs beeindruckt hat antwortet Nicolas: [...] “Und ich erinnere mich, dass an diesem Tag, an diesem besonderem Tag, gab es eine Gruppe von Kindern, die versucht haben Breakdance zu tanzen. Und es hat geklappt! Sie haben einen Kopfstand gemacht, und sie haben eine „media luna“ gemacht, viele Sachen, die ich nie gedacht hätte, dass Kinder in diesem Alter die machen könnten. Und vor allem in der HipHop Kultur.
Und an diesem Tag, ich erinnere mich, dass ich ein Gespräch hatte, ich hatte eine Übersetzerin, und ich habe allen Kindern gesagt, ehrlich, wenn ihr liebt, was ihr tut, ist egal, was ihr wollt, ihr müsst/sollt das erreichen. Euch wird nichts geschenkt. Alles dreht sich darum, für sich selbst zu gewinnen. Mit Mühe, mit Leidenschaft, mit allem. Mit all deinem Wesen und Sein. Und an diesem Tag, erinnere ich mich, dass ich den Tränen nahe war, weil es mich sehr berührt hat.  An dieses Erlebnis erinnere ich mich jetzt am meisten.

Das ganze Interview und eine Menge Fotos findet man hier.

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Psychosoziale Theaterarbeit im Gaza braucht Unterstützung

Die Tour des ASHTAR-Theatre aus Ramallah (Palästina) mit den “Gaza Monologen” im Rahmen der KinderKulturKarawane ist in vollem Gange. Mit der Tour will die Gruppe auch für Unterstützung ihrer psychosozialen Theaterarbeit im Gaza werben.

Die psychosoziale Arbeit des Ashtar-Theatre im Gaza war 2009 der Ausgangspunkt für die “Gaza-Monologe”. Jetzt ist die Lage im Gaza für Kinder und Jugendlichen noch schlimmer als 2010.
Das Ashtar-Theatre hat im September begonnen die psychosoziale Arbeit im Gaza auszuweiten und zu intensivieren. “Wir nutzen das Theater, speziell die Methoden des ‘Theaters der Unterdrückten’, um den Kindern aus Gaza dabei zu helfen, ihre Selbstsicherheit wiederzuerlangen, ihr Vertrauen zu ihren Eltern zurückzugewinnen, sich mit ihren neuen Lebensbedingungen und in ihrer Umgebung einzurichten. Denn viele von ihnen haben ihr Zuhause, Familienangehörige und Liebsten verloren. Mithilfe des Theaters können sie ihre posttraumatische Störung überwinden, die sie durch die Gräueltaten des Krieges erlitten haben”, schreibt das Ashtar-Theatre. Mehr Informationen dazu.

Die GAZA MONOLOGE wurden für die Tour auf Deutsch herausgegeben und in einer 44-seitigen Broschüre veröffentlicht. Diese Broschüre kann bei den Aufführungen des Ashtar-Theatre gekauft werden, oder man bestellt sie bei der KinderKulturKarawane.

Kosten: € 8,00 (davon gehen € 5,00 an das Projekt im Gaza). Für den Versand (mit Rechnung) kommen nochmal € 1,50 hinzu. Schicken Sie einfach eine Email mit Ihrer Adresse an: info@kinderkulturkarawane.de

Spendenkonto für die psychosoziale Arbeit im Gaza:
Büro für Kultur- und Medienprojekte gGmbH
GLS-Bank Bochum e.G.
IBAN: DE71 4305 0967 2027 307300
BIC: GENODEM1GLS
Stichwort:GAZA

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“Die Welt verändern”

Matias Carceres war der zweitjüngste im Ensemble von BIG MAMA LABARATORIO. Seinen 19. Geburtstag konnte er in Ljubljana in einem kleinen Theater feiern.

Victoria Schmid hat auch ihn – wie alle anderen Mitgleider des Ensembles -  interviewt und ihm unter anderem die Frage gestellt, was sein Traum sei.
Matias antwortete darauf: [...] Eigentlich ist das, was ich will, die Welt zu verändern. Die Realität um mich herum und die Menschen, die ich kenne verwandeln. Um das zu schaffen, ist das Mittel die Kunst. Durch Parkour, durch Akrobatik, durch den Tanz, durch Shows. Die Shows sind eine gute Art und Weise um die Menschen zu berühren. [...] Wenn wir tanzen, zeigen wir sehr viel davon, wer wir sind. Das ist eigentlich, das was ich aus dem Projekt Big Mama Laboratorio interpretiere. Und was wir machen wollen: unsere Realität verändern.”

Das vollständige Interview mit vielen Fotos gibt es hier zu lesen.

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Akrobatik macht mich glücklich – im Gespräch mit Juma

Habt ihr Lust ein weiteres Gesicht der 15. KinderKulturKarawane kennenzulernen?
64 Kinder und Jugendliche aus den verschiedensten Ländern der Welt touren mit uns in diesem Jahr durch Europa und alle haben ihre eigene Geschichte zu erzählen.

Juma ist einer der Jungs, die mit dem Kigamboni Community Centre unterwegs sind. Für seine große Leidenschaft, die Akrobatik, musste er lange kämpfen. “Anfangs haben meine Eltern versucht mich zu stoppen. Sie sprachen sogar mit den Leitern und sagten ihnen, dass ich nicht mehr kommen dürfte, dass ich mich auf die Schule konzentrieren müsste.
Dass er jetzt tatsächlich vor deutschem Publikum sein Talent präsentieren, ist für ihn eine Möglichkeit, von der nie zu träumen gewagt hätte.

In meinem Gespräch mit ihm erzählt er mir von dem Tag, an dem seinen Eltern das erste Mal von der Tour erzählte, von vergessenen Traditionen und von seinen Plänen für die Zukunft.
Für alle, die gerne bei diesem Gespräch dabei gewesen wären, gibt es hier die schönsten Momente des Interviews!

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Eine Reise mit den Nafsi Acrobats

“Heute möchten wir euch mitnehmen auf eine Reise nach Kenia. Bitte macht euch bereit zum Abflug, zieht die Sicherheitsgurte fest, klappt die Vordertische hoch und verstaut euer Gepäck unter euren Sitzen.” Jane, die Leiterin der Nafsi Acrobats, steht in der Mitte der Zirkusmanege und erzählt von dem Ziel unserer Reise – “The Playground”, der Spielplatz. Begeistert folgen die Kinder im Publikum ihren Anweisungen und schon geht es los.

In einem kunterbunten Durcheinander laufen die Kinder und Jugendlichen der Nafsi Acrobats in die Manege und zeigen ihre Kunststücke. Ihre Show, eine Mischung aus Akrobatik und Tanz, ergänzen sie durch kurze witzige Einlagen, die das gesamte Publikum zum lachen bringen. Alle haben Spaß und ich fühle mich tatsächlich in meine Kindheit zurückversetzt.

Als wir nach sechzig Minuten wieder zurück im Zirkus “Abrax Kadabrax” ankommen, bekommen die neun Kinder und Jugendlichen aus Kenia einen warmen Applaus.
Keiner mag die Sitzbänke verlassen und zurück in den Alltag kehren. Schließlich höre ich wie meine Sitznachbarin sagt “Schade, ich hätte denen noch ewig zusehen können.”
Rundum also ein gelungenes deutsch-kenianisches Zirkusfest, das am Freitagabend in Hamburg stattfand.

 

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Beeindruckende Premiere in Bonn

Am vergangegen Sonntag stellte das ASHTAR-Theatre aus Ramallah seine Neuinszenierung der GAZA-MONOLOGE als Europa-Premiere im Bonner Landesmuseum vor. Dem jungen Ensemble gelang es auf beeindruckende Weise die Gaza-Monologe mit viel Bewegung auf die Bühne zu bringen. Die Texte, die leider nichts an Aktualität verloren haben, wurden so oft auch ohne “Untertitel” verständlich. Ein ungeheure Bühnenpräsenz bot das Ensemble und zog so das Publikum schnell in den Bann.
Langandauernder begeisterter Applaus war da die logische Konsequenz. In der anschließenden Fragerunde verdeutlichen die jungen Palästinenser nochmals in eigenen Worte, worum es ihnen geht: sie wollen lediglich ihr Recht.

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