Snak’obal Jnak’obal – Sich selbst finden im Tanz

Indigene am Rande der Gesellschaft
Die Jugendlichen des Tanzkollektivs “Snak’obal Jnak’obal” sind zwischen 12 und 22 Jahre alt und stammen aus dem Norden der Kolonialstadt San Cristóbal de las Casas in Chiapas, Mexiko. Sie gehören zu den indigenen Völkern der „Tzortil“ und „Tzeltal“, die von der Kultur der Maya geprägt sind. Auf dieses Erbe, das viele Touristen ins Land lockt, ist Mexiko zwar stolz. In der Realität leben die Nachkommen der Maya ökonomisch und sozial am Rande der Gesellschaft. Immer mehr Jugendliche tragen einen Identitätskonflikt in sich. Sie verleugnen ihre Wurzeln, um sich vor Diskriminierung zu schützen.

Freie Entfaltung
Mithilfe der Kunst versuchen die Jugendlichen ihren eigenen Platz zwischen Tradition und Moderne zu finden und sich zu behaupten. Sie treffen sich dreimal pro Woche, um gemeinsam Tanzchoreographien zu erarbeiten. Dabei setzen sie ihren ganzen Körper ein und lernen, ihn besser wahrzunehmen. Die Trainings schaffen Raum, sich kreativ auszudrücken und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Grundlage sind dabei die Fragen „Wer bin ich?“ „Wer will ich sein?“ und „Wem will ich erzählen, wer ich bin?“ Die Suche nach der Identität begreifen sie als Quelle zur Inspiration, aber auch als politisches Statement.

Den eigenen Schatten wiederfinden
Übersetzt heißt der Name des Tanzkollektivs „Mein Schatten und der Schatten des Fremden“. Denn wer in den Schatten eines Baumes tritt, kann seinen eigenen Schatten nicht mehr sehen. Bei Menschen, die vom Land in die Stadt ziehen, passiert dasselbe: Der eigene Schatten verschwindet in dem großen Schatten der gesellschaftlichen Klassen – die Individualität geht verloren. Die mexikanischen Jugendlichen möchten nun mithilfe der Kunst ihren eigenen Schatten und somit ihre Einzigartigkeit wiederfinden.

“Sak’il Tsek – Der weiße Rock”
Der Tanz von “Snak’obal Jnak’obal” spricht eine eigene Sprache. Mit viel Feingefühl und einer erstaunlichen Sensibilität kreiert die Gruppe auf der Bühne Szenen, die über die sprachliche Ebene hinausgehen. Dabei verbinden sie mit künstlerischer Professionalität Elemente des Modern Dance mit der szenischen Arbeit und vermitteln somit eine leicht verständliche Botschaft. Mit ihrem Stück “Sak’il Tsek“, zu deutsch der weiße Rock, erzählen die Jugendlichen in einer modernen Tanzchoreographie ihre Geschichten und Erfahrungen als Indigene in der Stadt.

Zeitraum: 01.09 – 30.10.2015 | Personenzahl: 9 | Technik: Bühne 8×8 (Glatter, splitterfreier Boden), CD-Player mit Verstärkeranlage, Beamer mit Projektionsfläche, Grundlicht | Workshop: Modern Dance, Körperarbeit | Website: http://snakobaljnakobaldeutsch.wordpress.com/

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“Einhundert Prozent glücklich”

Die KinderKulturKarawane 2015 ist zu Ende, doch die Gesichter der jungen KünstlerInnen sind so schnell nicht vergessen. Im Rahmen der Interviewreihe “Gesichter der KinderKulturKarawane” sprach ich Anfang November mit Cynthia Atieno, um mehr über ihre Geschichte zu erfahren.

Die 15-jährige Cynthia kommt aus den Baba Dogo Slums in Nairobi, Kenia. Dort lebt sie mit ihren Eltern und ihren drei Brüdern in einem Zimmer, ihr Bett ist ein Stuhl. Sie war das erste Mädchen in ihrem Viertel, das sich getraut hat bei den Nafsi Acrobats Akrobatik zu lernen. In meinem Gespräch mit ihr erzählt sie mir von ihrem Leben in den verwahrlosten Gegenden Nairobis, “In den Slums sind überall Menschen. Aber jeder kämpft für sich selber, wir sind keine Gemeinschaft. [...] Wenn du Besuch hast, darfst du ihnen nicht zeigen, was du wirklich denkst. Du musst so tun, als wäre alles gut, auch wenn es das nicht ist.”

Ich bin beeindruckt und merke mit jedem Satz, den Cynthia spricht,  dass hinter dem quirligen Mädchen mit den traurigen Augen eine wahre Kämpferin steckt. Auf meine Frage, mit welchem Gefühl sie nach Kenia zurückfliege antwortet sie mit einem Lächeln “Ich bin einhundert Prozent glücklich.”

Das vollständige Gespräch mit Cynthia, in dem sie über ihr Leben in Kenia, ihre Träume und ihre Erfahrungen in Deutschland erzählt, gibt es auf dieser Seite.

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Teatro Trono – Die Zukunft selbst in die Hand nehmen

“El Mañana es Hoy – Die Zukunft beginnt heute”, lautet das Motto, unter dem sich „Teatro Trono“ vor mehr als 20 Jahren zusammengefunden hat. Die Beteiligten wollten nicht mehr auf zukünftige Veränderungen warten, sondern diese tatkräftig in die Hand nehmen. Daraus ist ein überzeugendes und erfolgreiches Projekt hervorgegangen.

Geschichte
Alles begann mit einer Gruppe von Straßenkindern in einer Erziehungsanstalt in La Paz. Die Erziehungsanstalt nannten die Kinder selbstironisch Trono (Thron), denn immerhin bekamen sie dort etwas zu essen und ein Bett. Eines Tages begann der Sozialarbeiter und Theaterpädagoge Ivan Nogles mit den Kindern zu arbeiten und war von ihren schauspielerischen Talenten schon bald überzeugt. So kam es, dass er mit ihnen eine Theatergruppe gründete. Die Straßenkinder waren nicht mehr auf das Erziehungsheim angewiesen. Die erste Generation des “Teatro Trono” war geboren.

Ivan Nogles, der die Gruppe bis heute leitet, ermöglichte es den Jugendlichen, durch künstlerische Impulse ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln und ihre alltäglichen Eindrücke und Erfahrungen zu verarbeiten. Dieser Ansatz kam bei den Bewohnern von El Alto gut an. Indigene, arme und ausgegrenzte Menschen waren von den Aufführungen begeistert und feierten das junge Ensemble.

Bestes Volkstheater
Heute bietet Teatro Trono unterhaltendes und zugleich kritisches Volkstheater. Mit ihrer ausdrucksstarken Körpersprache kreiert die Gruppe Bilder auf der Bühne, die die Botschaften der Stücke auch ohne viel Sprache vermitteln. Dabei beherrschen die jungen SchauspielerInnen Pantomime genauso wie das „klassische“ Theaterspiel. Clowning, Zirkustechniken und Masken nehmen in ihren Stücken eine ebenso bedeutende Rolle ein wie die (meist traditionelle) Musik.

De-Kolonisierung des Körpers
Das Teatro Trono be­greift Kör­per als schaf­fen­de In­stan­zen. Kör­per­li­che Krea­ti­vi­tät hat das Po­ten­zi­al, die Ge­sell­schaft zu ver­än­der und po­si­ti­ve Im­pul­se zu set­zen. Die Me­tho­de, die aus der Er­fah­rung der Stra­ße, der Armut und des Ras­sis­mus her­aus ent­stan­den ist, bezechnet Teatro Trono asl das Thea­ter der kör­per­li­chen De-Ko­lo­ni­sie­rung.
“Es ist das große Missverständnis der westlichen Zivilisation, der Aufklärung, die das rationale Denken hervorgebracht hat, dass der Geist im Zentrum menschlichen Daseins steht und der Körper nur Instrument des Geistes ist”. COMPA sieht den Körper als Schöpfer der Realität, als Gestalter der Persönlichkeit. Der Körper ist Gegenstand und Akteur gesellschaftlicher Realität. In der Gegenwart der rationalen Dominanz, so sieht es COMPO, verneint die Logik des Geistes genau das. Der Körper muss sich daher zunächst befreien und seine eigene Sprache lernen. In der Befreiung von der Herrschaft des Verstandes wird er dann zum Motor gesellschaftlichen Wandels.

COMPA
Das “Teatro Trono” ist Mitbegründer des Kunst- und Kulturnetzwerkes “COMPA“, der Comunidad de productores de artes. COMPA ist das Dach der in El Alto lebenden, kulturschaffenden Gruppen. Durch die Einbindung junger Leute und deren Kreativität machte sich COMPA schnell einen Namen. Inzwischen konnte das Netzwerk schon mehrere öffentliche Kulturzentren bauen. Diese ermöglichen den Stadtteilbewohnern einen Zugang zu Kunst und Kultur, dort werden Kinder und Jugendliche in Theater, Musik, Tanz und Film ausgebildet und außerdem Ausstellungen gezeigt.

Arriba El Alto
Die aktuelle, abendfüllende Produktion von Teatro Trono heißt “Arriba El Alto- Una historia con Altura“ (https://www.youtube.com/watch?v=gxUGgbiwDYg). Die Theaterperformance erzählt die Geschichte der 4000 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Millionenstadt El Alto, der Heimat von Teatro Trono. Aus diesem Stück werden die jungen Künstler, die auf Einladung der KinderKulturKarawane schon mehrfach in Europa zu Gast waren, einige Szenen entnehmen und daraus eine Inszenierung entwickeln, die sich mit den Fragen Stadtleben und Klima befassen.

Zeitraum: 20.08. – 08.11.2015 | Personenzahl: 9 | Technik: Bühne 6×4, 2 Mikros (für Instrumente), CD-Player mit Verstärkeranlage, Grundlicht | Workshop: Theater, Dekolonisierung des Körpers, Musik

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Maiti Nepal – Mit Tanz, Musik und Theater gegen Mädchenhandel

Um nepalesische Mädchen und Frauen vor Verbrechen wie Menschenhandel und Zwangsprostitution zu schützen, gründete Anuradha Koirala im Jahr 1993 die Organisation „Maiti Nepal“.

Mädchenhandel in Nepal
Mädchenhandel ist eines der erschreckendsten Probleme in Nepal. Schätzungen von Hilfsorganisationen zufolge werden jedes Jahr 5.000 bis 10.000 Mädchen mit falschen Versprechen gelockt, nach Indien verschleppt und zur Prostitution gezwungen. Die meisten Mädchen sind zwischen 12 und 16 Jahren alt. In Bordellen werden sie gefoltert, vergewaltigt und mit Drogen gefügig gemacht. Viele von ihnen stecken sich mit HIV, Hepatitis oder Geschlechtskrankheiten an und sterben jung.

Maiti Nepal
Die Organisation will nicht nur Mädchen- und Kinderhandel durch Prävention und Aufklärung vorzubeugen. Sie versucht auch, Mädchen, die bereits Opfer von Menschenhändlern wurden, zu befreien und ihnen eine zweite Chance im Leben zu eröffnen. Dazu arbeitet Maiti Nepal zum Beispiel eng mit der „Rescue Foundation“ in Indien zusammen.

Das Konzept von Maiti Nepal
Die Arbeit von Maiti Nepal basiert auf drei Säulen: Zum einen veranstaltet die Organisation landesweit Aufklärungskampagnen, in denen über Verschleppung und Kinderprostitution, über die falschen Lockangebote der Menschenhändler sowie über die organisierte Kriminalität berichtet wird. Ein weiteres wichtiges Instrument gegen den Mädchenhandel sind die „Grenzkontrollen“. Junge Frauen von Maiti Nepal kontrollieren an der Grenze nach Indien Busse und versuchen potenzielle Opfer zu identifizieren und sie vor der Verschleppung nach Indien zu bewahren. Außerdem wurden bislang elf sogenannte „Transit Homes“ an wichtigen Grenzpunkten errichtet. In diesen Anlaufstationen können zurückkehrende Opfer angemessen betreut werden. Die geretteten Mädchen bekommen bei Maiti Nepal ein neues Zuhause oder werden, sofern sie es wollen, zu ihren Familien zurückgebracht. Sie können in der Schule von Maiti lesen und schreiben lernen oder eine praktische Berufsausbildung machen und sich so eine Existenzgrundlage aufbauen.
Einen aktuellen Projektbericht der Bono-Direkthilfe e.V. über Maiti Nepal gibt es zusätzlich hier.

Tanz, Theater und Musik
Sowohl bei den Aufklärungskampagnen als auch bei der Arbeit mit den geretteten Mädchen nutzt „Maiti Nepal“ künstlerische Ausdrucksformen wie Tanz, Theater und Musik. Mit szenischem Straßentheater versuchen die ehemaligen Opfer das Problem des Mädchenhandels auch den Bevölkerungsgruppen nahezubringen, die nicht lesen und schreiben können.
Eine nicht minder wichtige Rolle spielen künstlerische Ausdrucksformen bei der Arbeit mit den betroffenen Mädchen. Musik und Tanz ermöglichen den Kindern, sich zu öffnen, stärken ihr Selbstbewusstsein und unterstützen sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Die Mitarbeiterinnen des Projekts erarbeiten mit den Mädchen Musik, Liedtexte und berührende Choreografien des traditionellen Tanzes.

Naari
Maiti Nepal war schon 2003 und 2005 bei der KinderKulturKarawane dabei. 2015 wird die Gruppe ihr Theaterstück “Naari”, das nepalesische Wort für Frauen, präsentieren. Dieses porträtiert die Zustände, in denen Mädchen und Frauen in Nepal leben. Sie werden vergewaltigt, ausgebeutet und sowohl ihren sozialen, politischen als auch öknomischen Rechten beraubt. Das zwanzig minütige Drama macht auf den Mädchenhandel innerhalb des Landes aufmerksam und wird ergänzt durch wunderschöne Musik und traditionell nepalesische Tänze.

Zeitraum: 27.08. – 05.11.2015 | Personenzahl: 14 | Technik: Bühne: 6×6, CD-Player mit Verstärkeranlage, Grundlicht | Workshop: Traditioneller Tanz | Website: http://www.maitinepal.org/

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“Als ich den Pass in meinen Händen hielt, wurde ein Traum war”

Ein kluges Köpfchen” nannten unsere Tourbegleiterinnen der Nafsi Acrobats den 17-jährigen Abraham Ochieng. Der junge Kenianer ist leidenschaftlicher Akrobat, Jongleur und Tänzer. “Akrobatik… Das ist Liebe. Akrobatik ist ein Teil von mir!” Nach seinem Schulabschluss soll dieser Teil allerdings eher zum Hobby werden, denn sein großes Ziel ist es zu studieren und die Welt zu bereisen.
In Kenia ist es wirklich schwierig einen Pass zu bekommen. Ich weiß, das klingt jetzt blöd aber als ich dann für die Reise meinen eigenen Pass bekam und ihn in den Händen hielt, da wurde ein Traum war. Das war für mich das Beste, was mir je passiert war.”, antwortet er mir auf meine Frage, was für ihn das Schönste an der KinderKulturKarawane war. Der erste Schritt in die weite Welt.

Wer Lust hat, mehr über Abraham, sein Leben und seine Träume zu erfahren, ist herzlich eingeladen auf dieser Seite das vollständige Interview im Rahmen der Interviewreihe “Gesichter der KinderKulturKarawane” zu lesen.

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M.U.K.A. Project – Theater, Tanz und Musik aus Südafrika

Die Straße als Bühne
Gegen Ende der Apartheid rief eine Gruppe Jugendlicher in den Straßen von Johannesburg das „M.U.K.A. Project“ ins Leben. Sie alle waren obdachlos und ohne Perspektiven. In selbst entwickelten Theaterstücken begannen sie Mitte der 1990er-Jahre ihre Erfahrungen als Straßenkinder zu verarbeiten. Sie nannten sich „Most United Knowledgeable Artists“ – kurz M.U.K.A. – und machten Straßen, Gemeindezentren und Kirchen zu ihrer Bühne.

M.U.K.A. als Zufluchtsort
Heute ist das Projekt eine feste Institution in Hillbrow, einem sozialen Brennpunkt im Zentrum Johannesburgs. Bei M.U.K.A Project kommen Kinder und Jugendliche aus allen Bevölkerungsgruppen des Ghettos zusammen. Zurzeit erarbeiten knapp 100 junge Menschen in alterspezifischen Gruppen Theaterstücke und traditionelle Tänze. Außerdem machen sie dazu die Musik und organisieren Workshops. Aus der Handvoll Straßenkinder von einst sind professionelle Theater- und Projektmanager geworden.

Der Alltag in Hillbrow
Ihr Stadtteil ist und bleibt ein hartes Pflaster: Gewalt und Kriminalität, Drogen und Prostitution, Vergewaltigung und Verwahrlosung, HIV/Aids und Armut kennzeichnen den Alltag der Kinder und Jugendlichen. Durch die Theaterarbeit lernen sie, ihre Sorgen und Hoffnungen kreativ auszudrücken. Und sie zeigen anderen jungen Menschen, die auf der Straße leben, Alternativen zur alltäglichen Gewalt auf.

Soziales Engagement
Künstlerische Arbeit und soziales Engagement sind eng verknüpft: M.U.K.A. Project ist Mitglied in der Johannesburger Allianz für Straßenkinder (JASC), arbeitet in verschiedenen Suppenküchen für Bedürftige, unterstützt arbeitslose Jugendliche mit Stipendien und ist in Frauenhäusern aktiv. Ein wichtiger Teil der Arbeit sind Workshops zur gewaltfreien Konfliktlösung und Prävention von Gewalt, vor allem in Schulen. Regelmäßig werden Nachbarn und Eltern der Jugendlichen zu kostenlosen Aufführungen, Community-Workshops und Gesprächen eingeladen.

Erfolgreiche Tourneen
M.U.K.A. Project kommt gut an: Mit ihren Produktionen touren die Mitglieder häufig durch verschiedene Städte und Regionen in Südafrika und den Nachbarländern. Die Johannesburger Theaterinitiative wurde vielfach ausgezeichnet und war auch schon acht Mal auf Einladung der KinderKulturKarawane in Europa.

Theater mit Musik und Tanz
Für die Produktion, die sie im Rahmen der KinderKulturKarawane 2015 in Europa zeigen werden, recherchieren die Jugendlichen des Projektes seit einigen Wochen intensiv zum Thema Klimawandel und Klimagerechtigkeit. Wie sehen junge Menschen in Südafrika diese ökologische Bedrohung? Wie wird die Erderwärmung in Johannesburg diskutiert? Nehmen junge Menschen die Umweltkrise überhaupt wahr? Was können oder müssen junge Südafrikaner tun? Die Antworten werden von M.U.K.A.–Project in einer packenden Inszenierung mit Schauspiel, Musik und Tanz auf die Bühne gebracht.

Zeitraum: 27.08. – 09.11.2015 | Personenzahl: 9 | Technik: Bühne 6×4, Grundlicht | Workshop: Tanz, Trommeln, Gewaltprävention

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Sosolya – Durch Tanz und Musik zu einem Gemeinschaftsgefühl

Die Akademie
Die “Sosolya Undugu Dance Academy” (SUDA) wurde von einer Gruppe junger, talentierter Künstler in der ugandischen Hauptstadt Kampala gegründet. Die Akademie errichteten sie in der Nähe von Slums, um vor allem ausgeschlossene und sozial benachteiligte Kinder zu erreichen und ihre Lust am Leben wieder zu erwecken. Professionelle Künstlerinnen und Künstler unterrichten die jungen Talente in traditioneller afrikanischer Musik, Tanz und Schauspiel, dabei achten sie auf individuelle Förderung. Inzwischen gehören schon mehr als 300 Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 18 Jahren zu den Schülern der Akademie. Sie werden in den drei größten Städten Ugandas unterrichtet. Darüber hinaus organisiert SUDA verschiedene Bildungsangebote für Kinder, die in den Slums leben.

Die Vision
Das Projekt ist Teil der „Undugu“–Bewegung, die sich für ein ugandisches Gemeinschaftsgefühl und ein Leben in Frieden und kultureller Vielfalt einsetzt. Durch Tanz und Musik möchte die „Sosolya Undugu Dance Academy“ Respekt und Verständnis zwischen den verschiedenen Stammeskulturen fördern. Die Herausforderung besteht darin, die traditionellen Künste und Traditionen Ugandas zu pflegen und gleichzeitig mit menschenverachtenden Bräuchen wie der Genitalverstümmelung zu brechen und zu einem Umdenken aufzurufen.

Die Freude im Tanz
Die SUDA-Gründer sind überzeugt, dass der Tanz die beste Art ist, sich selbst auszudrücken und gegenüber anderen zu öffnen. Dabei benutzen sie den ganzen Körper – typisch für Uganda sind Stampf-, Hüft-, Bauch- und Armtänze. Durch die Einbindung des Publikums macht die Gruppe ihre Gefühle und Gedanken für alle sicht- und erfahrbar. Aus Musik und Tanz ziehen die jungen KünstlerInnen Energie und Lebensfreude und feiern das Leben. „Wer tanzt, vergisst die Gewalt und die Kriege um sich herum und erkennt das Leben selbst“, sagt

Die Vereiningung in der Musik
Rhythmen und Musik prägen die afrikanische Kultur. In ihrer Musik verbindet SUDA traditionell afrikanische Trommeln, Saiten- und Perkussionsinstrumente verschiedener Stämmen miteinander und schafft somit ein vollkommen neues Musikverständnis.

Engooma Zogera
Die Sosolya Undugu Dance Academy stellt für die KinderKulturKarawane ein Programm mit dem Titel „Engooma Zogera“ (Trommeln erzählen) zusammen, das sich aus dem Erfahrungsschatz vieler verschiedener Völker Ugandas speist. Spezielle Stampf-, Hüft-, Bauch- und Armtänze repräsentieren unterschiedliche Regionen des Landes. Begleitet werden die Tänze von diversen Saiten- und Blasinstrumenten und natürlich von Trommeln in allen Größen.

Zeitraum: 20.05. – 25.07.2015 | Personenzahl: 9 | Technik: Bühne 6×6, 4 Mikros (für Instrumente) mit Verstärkeranlage, Grundlicht | Workshop: Trommeln, Rythmen, traditionelle Tänze | Website: http://www.sosolya.com/

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Arena y Esteras – Mit Zirkustheater zu einem Lächeln

Endlich steht das Programm für das kommende Jahr fest. Die KinderKulturKarawane 2015 wird 6 Gruppen aus 3 Kontinenten nach Europa bringen und wie immer neue Projekte und “alte Bekannte” präsentieren. In den kommenden Tagen wird der fleißige Leser jeden Tag mehr über eine der Gruppen erfahren. Los geht es heute mit Arena y Esteras.

Das Projekt „Arena y Esteras“ verbindet in seinen Zirkus-Theaterinszenierungen soziale und künstlerische Interessen mit politischem Engagement. Die Teilnehmer kommen aus „Villa El Salvador“, einem durch Armut und Gewalt geprägten Vorort von Lima, der Hauptstadt Perus.

Sand und Strohmatten
Übersetzt heißt „Arena y Esteras“ Sand und Strohmatten. Denn „Villa El Salvador“ liegt in einem Wüstengebiet, wo die einfachen Hütten aus Strohmatten hergestellt werden. Nicht alle Bewohner haben Strom und Wasser oder sind an das Abwassersystem angeschlossen. In dieser extrem unwirtlichen Gegend leben heute weit mehr als 400.000 Menschen, viele von ihnen wurden einst vertrieben. Drei Viertel der Bevölkerung von VES sind jünger als 25 Jahre. Vor allem für die Jugend scheint es in VES keine Perspektive zu geben, die Gewaltrate ist eine der höchsten der Region.

Die Angst überwinden
Im Februar 1992 hatte die Guerillagruppe „Leuchtender Pfad“ die beliebte Bürgermeisterin Maria Elena Moyano ermordet. Diese Gewalttat verbreitete in der Bevölkerung Trauer und Hoffnungslosigkeit. Doch eine Gruppe Jugendlicher fand sich noch im selben Jahr zusammen, um mithilfe der Kunst Ängste und Verzweiflung zu überwinden und dafür zu sorgen, dass die Menschen des Stadtteils ihr Lachen zurückgewinnen. Das Motto der Gruppe lautet daher auch: „Für das Recht auf ein Lächeln“.

Gesellschaftliche Veränderung
Heute ist Arena y Esteras ein Zusammenschluss von jungen KünstlerInnen, PädagogInnen und LehrerInnen, die sich in die lokale Politik einmischen, gesellschaftliche Veränderungen anstreben und sich dabei von Menschenrechten, kultureller Identität, Gleichberechtigung der Geschlechter und Respekt vor der Schöpfung leiten lassen.

Kreative Kraft
In ihrer Arbeit setzen sie auf die kreative Kraft jedes Menschen. Sie ist das Elixier, das alle verbindet, das nötig ist, um das gemeinsame Leben zu gestalten, widerständig zu bleiben und sich gegenseitig zu unterstützen. Um der kreativen Kraft Ausdruck zu verleihen,  nutzen sie vielfältige Kunstformen wie Theater, Zirkus, Musik, Tanz und Bildende Kunst.


Entwicklung

In den 20 Jahren ihres Bestehens hat sich die Gruppe „Arena y Esteras“ vielseitig entwickelt. Zum Repertoire des Projekts gehören heute ein Gemeinschaftstheater, ein Zirkus, eine mobile Schule, interkulturelle Freiwilligenarbeit in den ländlichen Regionen, internationaler Austausch mit Lateinamerika und Europa und kultureller Austausch mit den indigenen Bevölkerungsgruppen außerhalb der Städte.

Erfolge
Die Arbeit der jungen Künstler wird inzwischen im ganzen Land geschätzt. Im Jahr 2012 wurde „Arena y Esteras“ mit dem nationalen Kulturpreis, dem Premio National de la Cultura ausgezeichnet. Er ermöglichte es dem Projekt, das erste eigene Kulturzentrum in VES zu eröffnen.

Leyendas y Malabares
Für die KinderKulturKarawane 2015 bringt die Gruppe eine neue Inszenierung auf die Bühne. In ihrem Programm “Leyendas y  Malabares” erzählen die Kinder und Jugendlichen von dem Mythos des inkaischen Schöpfergottes Viracocha und der Entstehung der Inseln “Pachacámac”. Zirkus wird mit Theater und Musik verbunden und rasante Akrobatiknummern wechseln sich mit poetisch-musikalischen Elementen ab.

Zeitraum
: 22.05.2015 – 22.07.2015 | Personenzahl: 9 | Technik: Bühne 6×4 (bei Open Air: ebener Boden), 2 Mikros (für Instrumente), CD-Player mit Verstärkeranlage, Grundlicht | Workshop: Zirkus, Akrobatik | Website: http://teatroarenayesteras.blogspot.de/

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KinderKulturKarawane 2015 unterstützen und Freude schenken

Das Programm der KinderKulturKarawane 2015 steht! Die Finanzierung allerdings noch nicht.
Sechs Gruppen aus Bolivien, Mexiko, Nepal, Peru, Südafrika und Uganda werden dabei sein und Zirkus, Theater, traditonellen und modernen Tanz und viel Musik bieten. Ein Schwerpunkt der KKK 2015 liegt auf dem Thema Klimawanden / Klimagerechtigkeit, das wir ab dem Herbst regelmäßig in der KKK einbinden werden. Mehr Informationen unter Die Gruppen 2015 .

Freude schenken und die KinderKulturKarawane unterstützen.
Die KinderKulturKarawane benötigt die Unterstützung ALLER Freundinnen und Freunde des Projektes, da Fördersituation von Jahr zu Jahr schwieriger wird. Und warum die Unterstützung nicht damit verbinden, Freude zu schenken, gerade jetzt zu Weihnachten?!
Zum Beispiel rechts oben DAS QUARTETT: 15 Jahre KinderKulturKarawane als “Supertrumpf-Quartett”. Kosten € 6,00 + € 1,80 Porto und Verpacken. Und es gibt Mengenrabatt (z.B. für Weltläden und Menschen, die viel Freude verschenken wollen)! Mehr dazu und zu DAS QUARTETT selbst finden sie hier.

Oder der Kalender 2015 der KinderKulturKarawane. Mit zwölf tollen Fotos aus 15 Jahren. Der Kalender ist für € 10,- zu haben, leider ist der Versand mit € 5,- recht teuer. Da lohnen sich dann Sammelbestellungen. Auch hier räumen wir ab 10 Ex. Rabatt ein. Mehr zum Kalender hier.

Man kann die KinderKulturKarawane natürlich auch ganz schlicht mit einer Spende unterstützen. Diese ist dann steuerlich absetzbar, da wir Spendenquittungen ausstellen können.

Die Bankverbindung:
Büro für Kultur- und Medienprojekte gGmbH
GLS Bank e.G., Bochum
IBAN: DE71430609672027307300
BIC: GENODEM1GLS

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“Wir dürfen unser Lachen nie verlieren”

Es gibt viele Menschen auf der Welt, die jeden Tag Großartiges leisten.
Das Mindeste, was wir tun können, ist ihnen ein Ohr zu geben…

Als Jugendlicher war er mit Theaterinitiative “Taller de Vida” im Rahmen der KinderKulturKarawane zwei Mal zu Gast in Deutschland.
Inzwischen ist Carlos 30 Jahre alt und Leiter seines eigenen Projektes “Kayeye“, mit dem er dieses Jahr zur Jubiläumskarawane das erste Mal die große Reise nach Übersee wagte – diesmal allerdings als Leiter.
Da Carlos auf so viele Art und Weisen ein echtes Gesicht der KinderKulturKarawane ist, möchte ich gerne mehr von seiner Geschichte hören.
In meinem Gespräch mit ihm, erzählt er mir von seiner Inspiration, seiner Arbeit mit den Kindern und von den Vorurteilen, denen er in der Welt begegnet.
“Ich möchte, dass die Leute aufhören, uns immer nur als Arme zu betrachten. Wir sind viel mehr als das.  Wir sind Kämpfer, wir wollen glücklich sein. Ich habe nicht viel, aber ich habe mein Lachen und das möchte ich mit anderen Menschen teilen.”

Heute hat Carlos nicht nur sein Lachen, sondern auch seine Geschichte mit uns geteilt. Das entstandene Interview mit zahlreichen Fotos gibt es hier zum nachlesen.

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