KinderKulturKarawane: Die Website ist aktualisiert.

Wir liegen schon lange nicht mehr im Zeitplan. Aber Dank des Engagements unserer FSJlerin Julie, ist zumindest die deutschsprachige Version unserer aktualisiert online: www.kinderkulturkarawane.de 
Und wer gleich zu der Übersicht der Gruppen 2015 gelangen will klickt hier.

Bei der Durchsicht der statistischen Daten ist uns aufgefallen, das wir im vergangenen im Durchschnitt 960 “Sessions” pro Tag auf unserer Website verbuchen konnten. Das sind immerhin über 350.000 Besuche im ganzen Jahr. Das Interesse soll uns Verpflichtung sein: wir denken zurzeit über einen Relaunch nach.

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Jugend will Energiewende

Dicht bevölkert mit Pinguinen, deren Lebensraum durch den Klimawandel immer kleiner wird.
Greenpeace-Foto

Eine überwältigende Mehrheit der 15- bis 24-Jährigen in Deutschland unterstützt die Energiewende, hält den Klimawandel für das wichtigste Umweltthema und findet, dass sich persönliches Engagement lohnt. Etwa durch die Reduktion des eigenen Stromverbrauchs, den Umstieg auf Ökostrom oder die Mitwirkung bei regionalen Energieprojekten.
Das ist das wichtigste Ergebnis des “Nachhaltigkeitsbarometers 2014″ einer wissenschaftlichen Repräsentativstudie der Leuphana Universität Lüneburg, die von GREENPEACE gefördert und am 12. Januar 2015 vorgestellt wird.

Für die Studie wurden 1.511 Personen im Sommer 2014 befragt; sie ist eine Fortschreibung einer Befragung zum Nachhaltigkeitsbewusstsein junger Menschen von 2011. Für 33% der jungen Menschen ist die Verhinderung von Klimaveränderungen das wichtigste Umweltthema. 92 Prozent der jungen Menschen unterstützen deshalb “ausdrücklich” die Energiewende. Zudem ist die positive Haltung zur Energiewende bei der Jugend “unabhängig von Geschlecht, Bildungsgrad, Elternhaus und Wohnsitz”, wie Kerstin Küster, Greenpeace-Expertin für Bildung und zuständig für die Studie, betont.

Deutlich gestiegen ist auch die Einschätzung, dass es sich lohnt, sich im Kampf gegen den Klimawandel zu engagieren: von 36 Prozent im Jahr 2011 auf nunmehr 59 Prozent. Für eher unwichtig oder gar nicht wichtig halten die Verhinderung von Klimaveränderungen lediglich vier Prozent (2011: zwölf Prozent).
Dabei ist aber das Engagement vor allem im eigenen Konsumverhalten verhaftet. Nur 6% der befragten Jugendlichen engagieren sich in Bürgerinitiativen. Zwar wird die Herausforderung von Klimaveränderungen von den Befragten sowohl als globales wie auch als nationales Problem gesehen, und die jüngere Generation und starkes Interesse daran, sich selbst für den Schutz der Lebensbedingungen und für den Klimaschutz zu engagieren. Aber: mehr als 70% der jungen Menschen wollen sich nicht politisch für die Energiewende einsetzen.

Hier gibt es für die Bildungsarbeit also noch viel zu tun. Es reicht nicht mehr, nur Wissen zu vermitteln, sondern es muss stärker daran gearbeitet werden, das Wissen auch in politisches Handeln und Engagement umzusetzen.

Siehe auch: http://www.greenpeace.de/themen/energiewende/jugend-als-motor-der-energiewende

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Welt-Klimakonferenz im Hamburger Schauspielhaus

Foto © Fotografieklasse der Kunstschule Wandsbek und Benno Tobler

Ein eindrucksvolles Projekt ist dem “Rimini Protokoll” im Hamburger Schauspielhaus gelungen: Sie haben die Welt-Klimakonferenz, die Anfang Dezember in Lima (Peru) stattfand, in Hamburg quasi in einer “Short-Version” (knapp über 3 Stunden) auf die Bühne gebracht. Dabei war die Bühne das komplette Schauspielhaus, und die Darsteller waren neben einer Reihe bekannter Fachleute vor allem das Publikum.

Das Projekt ist u.a. auch für Schulklassen sehr geeignet, die zusätzlich noch eine knapp einstündige Einführung bekommen.
Die bislang geplanten 3 weiteren  Aufführungen nach der Konferenz in Peru sind am 18. und 20. Januar – aber bereits ausverkauft. Lediglich für die Aufführung am 22.2.2015 gibt es einige Karten (zwischen € 8,- und € 23,-). Es lohnt sich!
Mehr Informationen: Welt-Klimakonferenz.

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creACTiv für Klimagerechtigkeit

Mit jährlich mit mindestens 2 Gruppen wird die sich KinderKulturKarawane ab 2015 aktiv für Klimagerechtigkeit einsetzen. Der Klimawandel bedroht schon jetzt viele Menschen. Und selbst wenn es bei der Weltklimakonferenz 2015 im Dezember in  Paris zu einem Klimaabkommen käme, das die 2°-Grenze verbindlich festlegt, heißt dies, dass einige Staaten einfach von der Landkarte verschwinden werden. Die Folgen des Klimawandels auf dem bisherigen Stand bleiben bestehen und werden sich noch verschärfen. Das betrifft wiederum vor allem die Länder des Globalen Südens.
Mit Kreativität und einem internationalen Dialog unter jungen Menschen sollen neue, gemeinsame und kreative Formen des Engagements und der Aktion(en) gefunden werden, um sich an die Politiker in den jeweiligen Ländern, an die Medien und an die Öffentlichkeit zu wenden. “Klimagerechtigkeit” ist dabei der Leitbegriff. Es geht aber in der KinderKulturKarawane auch um die ökologischen und die kulturellen Kinderrechte.

Beginn einer Weltklimabewegung? Der People’s March in Lima während der Weltklimakonferenz Anfang Dezember. (Foto: Screenshot/Avaaz)

Den Start machen in diesem Jahr Teatro Trono (Bolivien) und M.U.K.A. – Project (Südafrika). 2016 wird die Kampagne u.a. mit dem “Kigamboni Communtiy Centre” (aus Tansania) weitergeführt.
In einem ersten Schritt haben wir den CO²-Ausstoß der Busse, mit denen die Gruppen der KKK 2014 unterwegs bei “atmosfair” kompensiert. Ab 2015 werden wir nicht nur die Busreisen, sondern auch die Flugkosten der Gruppen kompensieren. Das bedeutet, das pro Veranstaltung € 21,00 mehr an Kosten für die lokalen Veranstalter anfallen werden. Die “Buspauschale” für die erhöhten Benzinkosten entfällt dagegen, da sich die Kosten für Benzin und Diesel erheblich gesenkt haben und erst mittelfristig wieder steigen werden.

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Das Quartett aus dem Quartett

Diese vier Gruppen aus DAS QUARTETT werden bei der KinderKulturKarawane 2015 dabei sein. “Alte Bekannte” muss man schon fast sagen. Den Anfang macht im Mai “Arena y Esteras“, die schon 2011 und 2013 bei der KinderKulturKarawane dabei waren.  Im Herbst kommt dann Maiti Nepal, die zuletzt mit einem Ensemble 2005 in Deutschland und Österreich zu Gast waren. Mit Teatro Trono kommt einmal mehr der “Supertrumpf” des Quartetts. Sie werden – wie auch M.U.K.A. – Project – eine Bühnenproduktion inszenieren, die sich mit dem Thema KLIMAGERECHTIGKEIT befasst. Dieses Thema wird uns für die nächsten Jahre begleiten: jedes Jahr werden mindestens zwei Gruppen sich mit diesem Thema künstlerisch befassen.
Die KinderKulturKarawane selbst wird ab 2015 CO2-frei werden: für jede Auführung und jeden Workshop werden wir eine Abgabe an “atmosfair” überweisen zum Ausgleich für die Emissionen die durch die Flugreisen und die Fahrten mit den Kleinbussen entstehen. Die Emissionen für die Kleinbusse in diesem Jahr werden wir zusätzlich bis zum Jahresende ausgeleichen.

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Snak’obal Jnak’obal – Sich selbst finden im Tanz

Indigene am Rande der Gesellschaft
Die Jugendlichen des Tanzkollektivs “Snak’obal Jnak’obal” sind zwischen 12 und 22 Jahre alt und stammen aus dem Norden der Kolonialstadt San Cristóbal de las Casas in Chiapas, Mexiko. Sie gehören zu den indigenen Völkern der „Tzotzil“ und „Tzeltal“, die von der Kultur der Maya geprägt sind. Auf dieses Erbe, das viele Touristen ins Land lockt, ist Mexiko zwar stolz. In der Realität leben die Nachkommen der Maya ökonomisch und sozial am Rande der Gesellschaft. Immer mehr Jugendliche tragen einen Identitätskonflikt in sich. Sie verleugnen ihre Wurzeln, um sich vor Diskriminierung zu schützen.

Freie Entfaltung
Mithilfe der Kunst versuchen die Jugendlichen ihren eigenen Platz zwischen Tradition und Moderne zu finden und sich zu behaupten. Sie treffen sich dreimal pro Woche, um gemeinsam Tanzchoreographien zu erarbeiten. Dabei setzen sie ihren ganzen Körper ein und lernen, ihn besser wahrzunehmen. Die Trainings schaffen Raum, sich kreativ auszudrücken und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Grundlage sind dabei die Fragen „Wer bin ich?“ „Wer will ich sein?“ und „Wem will ich erzählen, wer ich bin?“ Die Suche nach der Identität begreifen sie als Quelle zur Inspiration, aber auch als politisches Statement.

Den eigenen Schatten wiederfinden
Übersetzt heißt der Name des Tanzkollektivs „Mein Schatten und der Schatten des Fremden“. Denn wer in den Schatten eines Baumes tritt, kann seinen eigenen Schatten nicht mehr sehen. Bei Menschen, die vom Land in die Stadt ziehen, passiert dasselbe: Der eigene Schatten verschwindet in dem großen Schatten der gesellschaftlichen Klassen – die Individualität geht verloren. Die mexikanischen Jugendlichen möchten nun mithilfe der Kunst ihren eigenen Schatten und somit ihre Einzigartigkeit wiederfinden.

“Sak’il Tsek – Der weiße Rock”
Der Tanz von “Snak’obal Jnak’obal” spricht eine eigene Sprache. Mit viel Feingefühl und einer erstaunlichen Sensibilität kreiert die Gruppe auf der Bühne Szenen, die über die sprachliche Ebene hinausgehen. Dabei verbinden sie mit künstlerischer Professionalität Elemente des Modern Dance mit der szenischen Arbeit und vermitteln somit eine leicht verständliche Botschaft. Mit ihrem Stück “Sak’il Tsek“, zu deutsch der weiße Rock, erzählen die Jugendlichen in einer modernen Tanzchoreographie ihre Geschichten und Erfahrungen als Indigene in der Stadt.

Zeitraum: 01.09 – 30.10.2015 | Personenzahl: 9 | Technik: Bühne 8×8 (Glatter, splitterfreier Boden), CD-Player mit Verstärkeranlage, Beamer mit Projektionsfläche, Grundlicht | Workshop: Modern Dance, Körperarbeit | Website: http://snakobaljnakobaldeutsch.wordpress.com/

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“Einhundert Prozent glücklich”

Die KinderKulturKarawane 2015 ist zu Ende, doch die Gesichter der jungen KünstlerInnen sind so schnell nicht vergessen. Im Rahmen der Interviewreihe “Gesichter der KinderKulturKarawane” sprach ich Anfang November mit Cynthia Atieno, um mehr über ihre Geschichte zu erfahren.

Die 15-jährige Cynthia kommt aus den Baba Dogo Slums in Nairobi, Kenia. Dort lebt sie mit ihren Eltern und ihren drei Brüdern in einem Zimmer, ihr Bett ist ein Stuhl. Sie war das erste Mädchen in ihrem Viertel, das sich getraut hat bei den Nafsi Acrobats Akrobatik zu lernen. In meinem Gespräch mit ihr erzählt sie mir von ihrem Leben in den verwahrlosten Gegenden Nairobis, “In den Slums sind überall Menschen. Aber jeder kämpft für sich selber, wir sind keine Gemeinschaft. […] Wenn du Besuch hast, darfst du ihnen nicht zeigen, was du wirklich denkst. Du musst so tun, als wäre alles gut, auch wenn es das nicht ist.”

Ich bin beeindruckt und merke mit jedem Satz, den Cynthia spricht,  dass hinter dem quirligen Mädchen mit den traurigen Augen eine wahre Kämpferin steckt. Auf meine Frage, mit welchem Gefühl sie nach Kenia zurückfliege antwortet sie mit einem Lächeln “Ich bin einhundert Prozent glücklich.”

Das vollständige Gespräch mit Cynthia, in dem sie über ihr Leben in Kenia, ihre Träume und ihre Erfahrungen in Deutschland erzählt, gibt es auf dieser Seite.

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Teatro Trono – Die Zukunft selbst in die Hand nehmen

“El Mañana es Hoy – Die Zukunft beginnt heute”, lautet das Motto, unter dem sich „Teatro Trono“ vor mehr als 20 Jahren zusammengefunden hat. Die Beteiligten wollten nicht mehr auf zukünftige Veränderungen warten, sondern diese tatkräftig in die Hand nehmen. Daraus ist ein überzeugendes und erfolgreiches Projekt hervorgegangen.

Geschichte
Alles begann mit einer Gruppe von Straßenkindern in einer Erziehungsanstalt in La Paz. Die Erziehungsanstalt nannten die Kinder selbstironisch Trono (Thron), denn immerhin bekamen sie dort etwas zu essen und ein Bett. Eines Tages begann der Sozialarbeiter und Theaterpädagoge Ivan Nogles mit den Kindern zu arbeiten und war von ihren schauspielerischen Talenten schon bald überzeugt. So kam es, dass er mit ihnen eine Theatergruppe gründete. Die Straßenkinder waren nicht mehr auf das Erziehungsheim angewiesen. Die erste Generation des “Teatro Trono” war geboren.

Ivan Nogles, der die Gruppe bis heute leitet, ermöglichte es den Jugendlichen, durch künstlerische Impulse ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln und ihre alltäglichen Eindrücke und Erfahrungen zu verarbeiten. Dieser Ansatz kam bei den Bewohnern von El Alto gut an. Indigene, arme und ausgegrenzte Menschen waren von den Aufführungen begeistert und feierten das junge Ensemble.

Bestes Volkstheater
Heute bietet Teatro Trono unterhaltendes und zugleich kritisches Volkstheater. Mit ihrer ausdrucksstarken Körpersprache kreiert die Gruppe Bilder auf der Bühne, die die Botschaften der Stücke auch ohne viel Sprache vermitteln. Dabei beherrschen die jungen SchauspielerInnen Pantomime genauso wie das „klassische“ Theaterspiel. Clowning, Zirkustechniken und Masken nehmen in ihren Stücken eine ebenso bedeutende Rolle ein wie die (meist traditionelle) Musik.

De-Kolonisierung des Körpers
Das Teatro Trono be­greift Kör­per als schaf­fen­de In­stan­zen. Kör­per­li­che Krea­ti­vi­tät hat das Po­ten­zi­al, die Ge­sell­schaft zu ver­än­der und po­si­ti­ve Im­pul­se zu set­zen. Die Me­tho­de, die aus der Er­fah­rung der Stra­ße, der Armut und des Ras­sis­mus her­aus ent­stan­den ist, bezechnet Teatro Trono asl das Thea­ter der kör­per­li­chen De-Ko­lo­ni­sie­rung.
“Es ist das große Missverständnis der westlichen Zivilisation, der Aufklärung, die das rationale Denken hervorgebracht hat, dass der Geist im Zentrum menschlichen Daseins steht und der Körper nur Instrument des Geistes ist”. COMPA sieht den Körper als Schöpfer der Realität, als Gestalter der Persönlichkeit. Der Körper ist Gegenstand und Akteur gesellschaftlicher Realität. In der Gegenwart der rationalen Dominanz, so sieht es COMPO, verneint die Logik des Geistes genau das. Der Körper muss sich daher zunächst befreien und seine eigene Sprache lernen. In der Befreiung von der Herrschaft des Verstandes wird er dann zum Motor gesellschaftlichen Wandels.

COMPA
Das “Teatro Trono” ist Mitbegründer des Kunst- und Kulturnetzwerkes “COMPA“, der Comunidad de productores de artes. COMPA ist das Dach der in El Alto lebenden, kulturschaffenden Gruppen. Durch die Einbindung junger Leute und deren Kreativität machte sich COMPA schnell einen Namen. Inzwischen konnte das Netzwerk schon mehrere öffentliche Kulturzentren bauen. Diese ermöglichen den Stadtteilbewohnern einen Zugang zu Kunst und Kultur, dort werden Kinder und Jugendliche in Theater, Musik, Tanz und Film ausgebildet und außerdem Ausstellungen gezeigt.

Arriba El Alto
Die aktuelle, abendfüllende Produktion von Teatro Trono heißt “Arriba El Alto- Una historia con Altura“ (https://www.youtube.com/watch?v=gxUGgbiwDYg). Die Theaterperformance erzählt die Geschichte der 4000 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Millionenstadt El Alto, der Heimat von Teatro Trono. Aus diesem Stück werden die jungen Künstler, die auf Einladung der KinderKulturKarawane schon mehrfach in Europa zu Gast waren, einige Szenen entnehmen und daraus eine Inszenierung entwickeln, die sich mit den Fragen Stadtleben und Klima befassen.

Zeitraum: 20.08. – 08.11.2015 | Personenzahl: 9 | Technik: Bühne 6×4, 2 Mikros (für Instrumente), CD-Player mit Verstärkeranlage, Grundlicht | Workshop: Theater, Dekolonisierung des Körpers, Musik

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Maiti Nepal – Mit Tanz, Musik und Theater gegen Mädchenhandel

Um nepalesische Mädchen und Frauen vor Verbrechen wie Menschenhandel und Zwangsprostitution zu schützen, gründete Anuradha Koirala im Jahr 1993 die Organisation „Maiti Nepal“.

Mädchenhandel in Nepal
Mädchenhandel ist eines der erschreckendsten Probleme in Nepal. Schätzungen von Hilfsorganisationen zufolge werden jedes Jahr 5.000 bis 10.000 Mädchen mit falschen Versprechen gelockt, nach Indien verschleppt und zur Prostitution gezwungen. Die meisten Mädchen sind zwischen 12 und 16 Jahren alt. In Bordellen werden sie gefoltert, vergewaltigt und mit Drogen gefügig gemacht. Viele von ihnen stecken sich mit HIV, Hepatitis oder Geschlechtskrankheiten an und sterben jung.

Maiti Nepal
Die Organisation will nicht nur Mädchen- und Kinderhandel durch Prävention und Aufklärung vorzubeugen. Sie versucht auch, Mädchen, die bereits Opfer von Menschenhändlern wurden, zu befreien und ihnen eine zweite Chance im Leben zu eröffnen. Dazu arbeitet Maiti Nepal zum Beispiel eng mit der „Rescue Foundation“ in Indien zusammen.

Das Konzept von Maiti Nepal
Die Arbeit von Maiti Nepal basiert auf drei Säulen: Zum einen veranstaltet die Organisation landesweit Aufklärungskampagnen, in denen über Verschleppung und Kinderprostitution, über die falschen Lockangebote der Menschenhändler sowie über die organisierte Kriminalität berichtet wird. Ein weiteres wichtiges Instrument gegen den Mädchenhandel sind die „Grenzkontrollen“. Junge Frauen von Maiti Nepal kontrollieren an der Grenze nach Indien Busse und versuchen potenzielle Opfer zu identifizieren und sie vor der Verschleppung nach Indien zu bewahren. Außerdem wurden bislang elf sogenannte „Transit Homes“ an wichtigen Grenzpunkten errichtet. In diesen Anlaufstationen können zurückkehrende Opfer angemessen betreut werden. Die geretteten Mädchen bekommen bei Maiti Nepal ein neues Zuhause oder werden, sofern sie es wollen, zu ihren Familien zurückgebracht. Sie können in der Schule von Maiti lesen und schreiben lernen oder eine praktische Berufsausbildung machen und sich so eine Existenzgrundlage aufbauen.
Einen aktuellen Projektbericht der Bono-Direkthilfe e.V. über Maiti Nepal gibt es zusätzlich hier.

Tanz, Theater und Musik
Sowohl bei den Aufklärungskampagnen als auch bei der Arbeit mit den geretteten Mädchen nutzt „Maiti Nepal“ künstlerische Ausdrucksformen wie Tanz, Theater und Musik. Mit szenischem Straßentheater versuchen die ehemaligen Opfer das Problem des Mädchenhandels auch den Bevölkerungsgruppen nahezubringen, die nicht lesen und schreiben können.
Eine nicht minder wichtige Rolle spielen künstlerische Ausdrucksformen bei der Arbeit mit den betroffenen Mädchen. Musik und Tanz ermöglichen den Kindern, sich zu öffnen, stärken ihr Selbstbewusstsein und unterstützen sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Die Mitarbeiterinnen des Projekts erarbeiten mit den Mädchen Musik, Liedtexte und berührende Choreografien des traditionellen Tanzes.

Naari
Maiti Nepal war schon 2003 und 2005 bei der KinderKulturKarawane dabei. 2015 wird die Gruppe ihr Theaterstück “Naari”, das nepalesische Wort für Frauen, präsentieren. Dieses porträtiert die Zustände, in denen Mädchen und Frauen in Nepal leben. Sie werden vergewaltigt, ausgebeutet und sowohl ihren sozialen, politischen als auch öknomischen Rechten beraubt. Das zwanzig minütige Drama macht auf den Mädchenhandel innerhalb des Landes aufmerksam und wird ergänzt durch wunderschöne Musik und traditionell nepalesische Tänze.

Zeitraum: 27.08. – 05.11.2015 | Personenzahl: 14 | Technik: Bühne: 6×6, CD-Player mit Verstärkeranlage, Grundlicht | Workshop: Traditioneller Tanz | Website: http://www.maitinepal.org/

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“Als ich den Pass in meinen Händen hielt, wurde ein Traum war”

Ein kluges Köpfchen” nannten unsere Tourbegleiterinnen der Nafsi Acrobats den 17-jährigen Abraham Ochieng. Der junge Kenianer ist leidenschaftlicher Akrobat, Jongleur und Tänzer. “Akrobatik… Das ist Liebe. Akrobatik ist ein Teil von mir!” Nach seinem Schulabschluss soll dieser Teil allerdings eher zum Hobby werden, denn sein großes Ziel ist es zu studieren und die Welt zu bereisen.
In Kenia ist es wirklich schwierig einen Pass zu bekommen. Ich weiß, das klingt jetzt blöd aber als ich dann für die Reise meinen eigenen Pass bekam und ihn in den Händen hielt, da wurde ein Traum war. Das war für mich das Beste, was mir je passiert war.”, antwortet er mir auf meine Frage, was für ihn das Schönste an der KinderKulturKarawane war. Der erste Schritt in die weite Welt.

Wer Lust hat, mehr über Abraham, sein Leben und seine Träume zu erfahren, ist herzlich eingeladen auf dieser Seite das vollständige Interview im Rahmen der Interviewreihe “Gesichter der KinderKulturKarawane” zu lesen.

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